Frage vorgeschriebener Überspannungsschutz Leitungen vom Dach

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  • Hrogota
    Azubi
    • vor 2 Tagen
    • 4

    #1

    Frage vorgeschriebener Überspannungsschutz Leitungen vom Dach

    Hallo zusammen,

    wir wohnen seit etwa 10 Monaten in unserem Neubau. Durch eine Diskussion mit einem Bekannten sind wir auf zwei potenzielle Probleme in unserer Installation gestoßen bei denen ich hoffe hier Hilfe zu erhalten.
    Vorweg unser Haus hat keine äußere Blitzschutzanlage.

    1.) Wir haben auf dem Dach eine Loxone-Wetterstation, die auf einem Mast befestigt wurde. Der Mast geht durch einen Antennendurchgangsziegel.
    Vom Elektriker wurde der Mast nicht geerdet. Der Solarteur, der die PV-Anlage bei uns installiert hat, hat jedoch im Rahmen der Erdung der Unterkonstruktion auch den Mast der Wetterstation mit dem 1x16 mm² verbunden. Dieses Erdungskabel führt über ein Leerrohr seitlich an der Hauswand nach unten und geht in den Technikraum (EG) des Hauses, wo es mit der Erdungsschiene verbunden ist.
    Die Wetterstation selbst ist mit einem CAT.7-Kabel verbunden, dass vom Dach über den Dachboden bis in die UV im Obergeschoss führt. Falls das eine Rolle spielt - es handelt sich um einen kalten Dachboden. Das CAT.7-Kabel versorgt die Wetterstation mit 24V und Loxone-Busanbindung.
    In der UV befindet sich als Überspannungsableiter ein Combtec BC TNS 275 12.5 und im Zählerschrank im Technikraum im Erdgeschoss ein DEHNshield ZP Basic.
    Für das CAT.7. dass von Wetterstation zu UV im OG führt, gibt es keinen separaten Überspannungsschutz.
    Ist das kritisch? Und wenn ja, ist das ein Installationsmangel für den der ausführende Elektriker haftet? Hätte die Installation so übergeben werden dürfen?

    2.) Wir haben ein paar Kabel, die direkt aus der Hausfassade führen - zum Einen sind das Stromkabel und zum Anderen CAT.7-Kabel. Diese sind gedacht um zukünftig Lampen, Präsenzmelder oder Kameras daran zu installieren. Aktuell hängen diese Kabel im Freien. Bei den Stromkabeln wurde auf jeder stromführenden Ader eine separate WAGO-Klemme angebracht. Die CAT.7-Kabel hängen einfach so im Freien.
    Ist das kritisch? Und wenn ja, ist das ein Installationsmangel für den der ausführende Elektriker haftet? Hätte die Installation so übergeben werden dürfen?

    LG
  • Prof.Mobilux
    Supermoderator
    • 25.08.2015
    • 5470

    #2
    Ich bin kein Elektriker, daher Vorsicht…..

    Zu 1: der Mast hätte geerdet werden müssen. Das haben deine Solateure richtig gemacht und den Mangel des Elektrikers behoben. Das Cat7 Kabel muss meiner Meinung nach nicht separat geerdet werden und es ist auch kein Überspannungsschutz vorgeschrieben - weiß ich aber nicht 100 prozentig. Frag doch deinen Elektriker mal und wenn du der Aussage nicht traust Zweitmeinung einholen.

    Zu 2: Kein Mangel. Da du aber anscheinend nach 10 Monaten die spannungsführenden Kabel immer noch nicht angeschlossen hast, würde ich über eine Feuchtraumdose nachdenken.
    LoxBerry: https://wiki.loxberry.de/start

    Kommentar

    • Hrogota
      Azubi
      • vor 2 Tagen
      • 4

      #3
      Hey, danke für deine Rückmeldung.
      Zu 2.: Müssen Feuchtraumdosen nicht immer an der Wand befestigt werden? Ich möchte ungern für temporäre Dosen überall wo Kabel rausschauen Köcher in die Hauswand machen.

      Kommentar


      • Hrogota
        Hrogota kommentierte
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        Sie hängen ja weder frei in der Wand noch unter Putz. Sie hängen frei in der Luft und bei den Stromkabeln jeweils mit WAGO versehen und bei den CAT.-Kabel offen mit Mantel. Wenn das nicht der VDE entspricht stellt sich die Frage, ob das nicht der Elektriker korrigieren muss. Gibt es denn Feuchtraumdosen, die ich auch einfach so in der Luft hängen lassen kann?
        Ich kann ja nicht für jede Dose ne Loch in meine Hauswand machen

      • Michael Sommer
        Michael Sommer kommentierte
        Kommentar bearbeiten
        dein Problem ist keines.
        Nimm einfach Isolierband und dichte damit die nicht in der Ummantelung liegenden Adern inkl. WAGO-Klemme ab. Alternativ stülpe eine Plastiktüte über den offenen Anschluss und fixiere die Tüte mit der Öffnung nach unten, damit eventuelle Restfeuchte oder Kondensat ablaufen kann am das zugehörige Kabel.
        Aber man kann auch aus einen Floh einen Elefanten draus machen. Wichtig ist, dass das ganze Berührungssicher gelöst wird um einen möglichen Personenschaden vorzubeugen.
        Zuletzt geändert von Michael Sommer; vor einem Tag.

      • Prof.Mobilux
        Prof.Mobilux kommentierte
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        Genau wie Michael sagt. Oder halt eine 1 Euro Feuchtraum Dose drüber. Das ist ja nur ein Provisorium bis du da Lampen anschließt. Normalerweise macht man da gar nichts außer die Wago Klemmen. Aber nach 10 Monaten....
    • baumschubser171
      Smart Home'r
      • 11.06.2024
      • 37

      #4
      Es gibt keine Feuchtraumdose zum frei in der Luft hängen.
      Damit auf jeden Fall kein Tropf- oder Stauwasser durch die Kabelöffnung ins innere der Dose gelangen würde, müsste die Dose mit der Öffnung nach unten in der Luft baumeln. Geht nur leider nicht - allein schon durch ihr Eigengewicht wird sie immer selbst nach unten gezogen.

      Eine Dose an der Wand befestigt willst Du nicht.
      Eine Lampe hattest Du zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht oder wolltest sie nicht durch den Elektriker anbauen lassen.

      WAS SOLL ER DANN MACHEN??

      Das ist absolut gang und gäbe, wie es gelöst worden ist.
      Wenn Du nach 10 Monaten (!) da immer noch keine Lampe dran gemacht hast - da kann der Elektriker nichts für und das kann er bei Übergabe auch nicht wissen.
      Die einzig andere Lösung wäre, die Adern in der UV erstmal nicht aufzulegen - aber dann brauchst Du wieder den Elektriker, sobald die Lampe dran ist. Denn an die UV gehst Du besser nicht selbst dran.

      Zum Rest:
      Dachaufbauten oder auch Wandanbauten bis 1m unter Giebelhöhe müssen zwingend geerdet werden.
      Wurde gemacht - fertig. Such keine Probleme, wo keine sind.

      Das Cat.7-Kabel muss nicht mit einem Überspannungsschutz versehen werden - da laufen 24V DC durch und bei ordentlicher Netzteilauswahl fungiert das Netzteil schon als Trennstelle. Wenn Du Dir da über Blitzeinschlag Sorgen machst, dann lass Dir zwei Dinge gesagt sein:
      Sichere die 24V-Leitung zur Wetterstation nochmal extra ab - habs nicht im Kopf, aber 2A sollten da schon locker reichen. Dann zerlegt es Dir rückwärts die Sicherung, wenn der Blitz reinknallt.
      Aber wenn der Blitz reinknallt, dann geht sowieso noch mehr hopps. Das gleiche gilt z.B. für Verteilungen von Sat-Anlagen. Die Erdungen an den Multischaltern etc. sollte man zwar immer anschließen - aber die haben eben NICHT den Zweck, die Geräte vor Schaden zu schützen. Sie sollen AUSSCHLIESSLICH die sonst entstehenden und lebensgefährlichen Berührungsspannungen ableiten.

      Kommentar


      • Prof.Mobilux
        Prof.Mobilux kommentierte
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        Ich führe die Kabel von unten in solche provisorischen Feuchtraumdosen. Alle mal besser als nur eine Wago Klemme. Brauchen tut man es nicht, Schaden kann es auch nicht sofern ordentlich gemacht.

      • baumschubser171
        baumschubser171 kommentierte
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        Natürlich ist das allemal besser, ich wollte keinen anderen Eindruck entstehen lassen.
        Ich selbst habe die blanken Strippen aus der Hauswand gucken, sind in der UV nicht aufgelegt.
        Aber - ohne, dass es böse gemeint ist - Du und ich wissen im Gegensatz zum TE auch, was wir tun.
    • Philipp!
      Extension Master
      • 05.06.2021
      • 107

      #5
      Zu 1) Mit den Angaben ist keine genaue Beurteilung möglich, aber vermutlich wäre die Anbindung an den Potentialausgleich nicht notwendig gewesen, schadet aber auch nicht. 16mm2 sind übrigens nur bei äußerem Blitzschutz notwendig.
      Überspannungsschutz hilft dir bei direktem Einschlag relativ wenig, da müsstest du zuerst einen äußeren Blitzschutz nachrüsten und einen Überspannungsschutz T3 für die entsprechenden Geräte installieren, alles andere sollte der bereits vorhandene Überspannungsschutz abfangen.


      Kommentar


      • baumschubser171
        baumschubser171 kommentierte
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        Zu 1 ist falsch.
        Nach VDE mag das korrekt sein, aber die VdS-Bestimmungen spreche da eine klare Sprache.
        Frag mal Antennenbauer - die können da ein Lied von singen.
    • Hrogota
      Azubi
      • vor 2 Tagen
      • 4

      #6
      Danke - Punkt 2 ist für mich schon mal geklärt. Ich werde in nächster Zeit Lampen anbringen und die CAT.7-Kabel mit Isolierband umwickeln.
      Zu 1. habe ich eine Folgefrage. Ich bin überhaupt erst auf das Thema mit dem CAT-Kabel vom Dach gekommen weil wir einige Kabel vom Haus über Leerrohre in unser Carport führen wollen - z.B. für Wallbox, Lampen und Bewässerungsventile.
      Der Carport besteht komplett aus Metall.
      Unser Eli sagte er installiert eine Poti-Schiene im Carport und verbindet die mit einem 1x16 mm² mit der HES und damit wäre alles fein. Dadurch könnte unter keinen Umständen lebensgefährliche Spannung auf die Metallteile des Carports gelangen.
      Unser Bekannter hat ein ähnliches Vorhaben. Nur bei ihm meinte der Eli er müsse jede Leitung die er aus dem Haus führt separat mit einem Überspannungsschutz versehen. Sonst würden Blitze die im Umkreis von 1 - 2 Kilometer einschlagen Spannung in die Kabel die nach draußen gehen induzieren und im schlimmsten Fall sein ganzes Haus abfackeln.
      Was stimmt denn nun?

      baumschubser171 Damit kein falscher Eindruck entsteht - mir ist absolut bewusst, dass ich wenig Ahnung habe. Entsprechend setze ich außer Kabel ziehen nichts selbst um. Du darfst gerne deutlich werden, wenn ich Unfug schreibe. Ich nehme das niemand krumm. Ich bin sehr dankbar für die Hilfe.

      Kommentar

      • baumschubser171
        Smart Home'r
        • 11.06.2024
        • 37

        #7
        Metallcarport als Konstruktion muss geerdet sein.
        Entweder ist es automatisch durch sein Fundament geerdet und wenn nicht, dann muss das Carport an sich (!) zwingend eine eigene (!) Erdableitung bekommen.
        Aufschluss darüber gibt aber nur eine Erdschleifenmessung, die ein Elektriker machen kann.

        Was die Leitungen im Carport angeht - ich ziehe einen Vergleich zu meiner freistehenden Doppelgarage:
        Da bin ich vom Haus mit 5x10qmm in die Garage (also inklusive PE) und habe in der Garage dann eine eigene UV gebaut - entsprechend ist alles in der Garage über das Haus geerdet.

        Man KANN das anders machen - das setzt dann aber zwingend eine Erdschleifenmessung an dem Carport bzw. der für die Erdung der Carport-Elektrik vorgesehenen Stelle und der Stelle der Hauserdung voraus. Wenn die Ergebnisse zu sehr abweichen, ist eine separate Erdung nicht gut - dann gibt es heftige Potentialunterschiede, die einem im schlimmsten Fall sogar die angeschlossene Elektrik bzw. Elektronik zerlegen können.

        Fazit:
        DIE korrekte Antwort gibt es nicht.
        Beides ist grundsätzlich möglich - was zum Einsatz kommt, kann nur vor Ort nach Messung entschieden werden.

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        • Hrogota
          Azubi
          • vor 2 Tagen
          • 4

          #8
          Wann ist denn ein Metallcarport automatisch durch sein Fundament geerdet?
          Das Carport ist direkt an die Hauswand montiert und die Aluminiumstützen wurden mit Punktfundamenten - ca. 60 cm tief - einbetoniert. Irgendwelche Bauteile für eine Erdung wurden da nicht mit angebracht.

          Ursprünglich war eine UV geplant. Deswegen liegt auch schon ein 5x16 mm² vom Haus zum Carport. Ich habe aber leider festgestellt dass es im Sommer im Geräteraum des Carports bis zu 48 Grad und im Winter -10 Grad wird. Daher dachte ich es es ist doch sinnvoller die sensible Elektronik wie Aktoren FIs etc. im Haus zu installieren und mit einzelnen Kabeln nach draußen zu fahren. Genügend Leerrohre habe ich dafür.
          Aber ich will ja keine separate Erdung sondern das Carport in die vorhandene Erdung des Hauses mit einbinden.

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